Filmgespräch zu Sorge-Arbeit und gerechter Verteilung regt zum Nachdenken an
17.10.2025 |
Kurzfilme "Krippenwahn" und "Kafarnaum"
Im Rahmen der Südbadischen Sozialtage lud Ronja Tritschler vom Referat Frauen–Männer–Gender gemeinsam mit Stefan Falk von der Betriebsseelsorge am Freitag, 17. Oktober, zu einem Filmgespräch über Sorge-Arbeit in all ihren Facetten ein.
Der Abend machte deutlich, wie zentral Care-Arbeit – also Pflege, Kinderbetreuung und Fürsorge – für das Funktionieren unserer Gesellschaft ist, und wie wenig sie dennoch finanziell und gesellschaftlich anerkannt wird. Besonders die ungleiche Verteilung zwischen den Geschlechtern und die daraus entstehenden wirtschaftlichen Folgen standen im Mittelpunkt der Diskussion.
Gezeigt wurden die Filme Krippenwahn, der die teils verzweifelte Suche nach einem Krippenplatz thematisiert, und Kafarnaum, in dem eine junge Frau ihre kranke Mutter pflegt und in ihren vielfältigen Rollen zunehmend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gerät. Die beiden sehr unterschiedlichen filmischen Perspektiven machten eindrucksvoll sichtbar, wie vielfältig und herausfordernd Sorge-Arbeit sein kann – im privaten wie im gesellschaftlichen Kontext.
Nach den bewegenden Filmsequenzen kamen die Teilnehmenden mit Expert*innen ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und diskutierten Wege zu mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung in der Sorge-Arbeit.
Ein besonderes Plus: Dank der professionellen Kinderbetreuung durch den Verein Tageseltern Offenburg e.V. konnten auch Eltern entspannt teilnehmen und den Abend gemeinsam genießen.
Das Filmgespräch zeigte eindrucksvoll: Sorge-Arbeit verdient Aufmerksamkeit, Anerkennung – und faire Verteilung.